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Ziergräser

Im Herbst sorgen neben Astern und Chrysanthemen vor allen Dingen die vielen verschiedenen Ziergräser noch einmal für besondere Effekte im Garten.

Mit ca. 6000 verschiedenen Grasarten gehört die Familie der Gräser zu der größten Familie unter den Blütenpflanzen. Einige Grasarten sind wichtige Nahrungspflanzen ( Z.B. Weizen, Roggen, Hafer usw.) , andere werden zur Polsterung von Möbeln oder als Flechtwerk genutzt oder sie dienen zur Gewinnung von ätherischen Ölen ( z. B. Lemongras), Zucker ( Zuckerrohr) oder Baumaterial ( Bambus).

Wieder andere Grasarten erscheinen auf den ersten Blick nutzlos und unbedeutend. Sie sind aber wichtige landschaftsprägende Bestandteile in natürlichen Steppen, Grasebenen, Matten und Dünen, Sümpfen, Mooren und Wäldern und auch in den vom Menschen geschaffenen Wiesen, Weiden und Rasenflächen. Sie haben Aufgaben in der Natur, die so von keiner anderen Pflanzenart übernommen werden kann.

Gräser gelten als ausgesprochen anspruchslos, robust und pflegeleicht. Ihre attraktive Blütenformen und die einmalige Pflegeleichtigkeit haben deshalb in den letzten Jahren Ziergräser zur Trendpflanze Nummer eins gemacht. Von zylindrischen Ähren bis zu locker aufgebauten Rispen bleiben keine Wünsche offen. Dazu kommt eine breite Auswahl an verschiedenen Halmformen: Es gibt breite bis schmale, ja fast nadelartige Blattformen in grüner, blauer oder roter Färbung. Manche Arten warten sogar mit einer spektakulären Herbstfärbung auf. Andere sind immergrün und eröffnen damit rund ums Jahr gestalterische Möglichkeiten.

Schon wenige markante Gräser gestalten Ihren Garten sichtbar um und verleihen ihm ein vollkommen neues Aussehen. Nutzen Sie dazu auch die vielen Wuchsformen der Gräser, die von polsterartig wachsenden Formen bis zu übermannshohen Arten und Sorten reichen.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Garten mit diesen beschwingten Gesellen verschönern können.

Ziergräser entwickeln erst nach ein paar Jahren ihre ganze Schönheit. Deshalb ist es wichtig sich vor dem Pflanzen mit den Standortansprüchen und den Wuchseigenschaften dieser weltweit verbreiteten Pflanzenfamilie auseinanderzusetzen.

Einen bestimmten natürlichen Standort im Garten nachzubilden ist schwierig. Aber wenn bestimmte Faktoren berücksichtigt werden, können auch empfindlichere Gräser ihre Schönheit entfalten. Die Standortansprüche der meisten Grasarten lassen sich kurz zusammenfassen: Trocken und sonnig sollte die Lage sein. Lediglich Seggen Arten ( Carex ) mögen es ein wenig bodenfeuchter.

Am Naturstandort kommen Gräser nicht so vor, wie sie oft in der Gartengestaltung verwendet werden, nämlich als ornamentale, einen Akzent setzende Pflanze. Große Einzelgräser können allerdings Schwerpunkte setzen, z.B. im Eingangsbereich zu Gebäuden, vor Mauern, in Innenhöfen, an Terrassen oder Pergolen. Die Verwendung in kleinen, unregelmäßigen Gruppen zu 3 bis 10 Stück, je nach Größe der zu gestalteten Fläche, entspricht eher dem natürlichen Vorkommen.

Gräser lassen sich aber auch gut mit anderen Gartenpflanzen kombinieren. Gute Pflanzpartner sind beispielsweise Sonnenbraut (Helenium), Indianernessel (Monarda) und Flammenblume (Phlox). Ihre Blütenfarben ergänzen die Grasstrukturen und sorgen für Abwechslung vom Mai bis in den Winter hinein.

Der günstigste Pflanztermin für Gräser ist das zeitige Frühjahr. Die Langlebigkeit einer Pflanzung ist wesentlich von der Pflanzdichte abhängig. Wichtig ist deshalb ein ausreichendes Platzangebot, damit Gräser ihre volle Schönheit entfalten können. Zu dicht gesetzte Gräser können sich nicht gut entwickeln und es kommt dann zum Kümmerwuchs oder sogar zu Krankheiten z.B. Botrytis ( Fäulnis). Achten Sie deshalb beim Kauf auf die Höhenangaben. Spätestens, wenn die Mitte eines Grasbusches abgestorben ist, sollte man die Pflanze roden, teilen und dann wieder einsetzen, allerdings sollte der Boden pflanzenspezifisch vorbereitet sein ( evtl. mit kiesigem Material abmagern). Die Breite der Horst bildenden Gräser lässt sich einfach mit dem Spaten regulieren. Kleine Horste können Sie auch mit der Hand, größere Stöcke mit der Grabegabel teilen und dann Nachbarn und Freunde mit den Teilstücken beschenken.

Um zu verhindern, dass sich die Gräser unerwünscht aussäen, sollten die Samenstände frühzeitig entfernt werden. Im Frühjahr empfiehlt sich für die meisten Arten ein Rückschnitt. Ein Schnitt im Herbst ist zwar auch möglich, bringt Sie aber um die faszinierenden Winterbilder, die raureifbeladene Halme während der Frostperiode inszenieren können. Geschnitten werden im Frühjahr aufrecht wachsende Gräser wie Moskito-Gras (Bouteloua), Zitter-Gras (Briza), Schmiele (Deschampsia), Chinaschilf (Miscanthus) und Lampenputzergras (Pennisetum). Schneiden Sie diese Gräser auf etwa 15 bis 20 cm zurück.

Polstergräser wie Blau-Schwingel und Bärenfell-Gras, Blaustrahlhafer (Helictotrichon), Schiller-Gras (Koeleria), Marbel (Luzula) und Feder-Gras (Stipa) bleiben dagegen ungeschnitten.

Viele Grasarten benötigen keine zusätzliche Düngung. Auch bei den etwas anspruchsvolleren Pflanzen sollte man nur vorsichtig düngen, da bei zu gut ernährten Gräsern die Standfestigkeit leidet. Weniger ist also mehr.

 

Garten würdige Ziergräser:

Achnatherum calamagrostis ‚Algäu‘ Silberährengras
Anemanthele lessoniana Wind-Gras
Bouteloua gracilis Moskitogras
Brachypodium sylvaticum Wald-Zwenke
Briza media Zittergras
Calamagrostis x acutiflora 'Overdam' Reitgras
Calamagrostis x acutiflora 'Karl Foerster' Reitgras
Calamagrostis brachytricha Diamantgras
Carex in vielen Arten u. Sorten Segge
Chasmanthium latifolium Plattährengras
Cortarderia selloana in Sorten Pampasgras
Deschampsia cespitosa in Sorten Waldschmiele
Eragrostis in Arten u. Sorten Liebesgras
Festuca in Arten und Sorten Schwingel
Hakonechloa macra in Sorten Jap. Berggras
Helictotrichon sempervirens in Sorten Blaustrahlhafer
Koeleria glauca Schillergras
Luzula in Arten und Sorten Marbel, Haimsimse
Melica in Arten Perlgras
Milium effusum ‚Aureum‘ Goldflattergras
Miscanthus sinensis in Sorten Chinaschilf
Molinia in Arten und Sorten Pfeifengras
Panicum virgatum in Sorten Rutenhirse
Pennisetum alopecuroides in Sorten Federborstengras
Schizachyrium scoparium Bartgras
Sesleria in Arten Herbst-Blaugras
Sorgphastrum nutans Goldbartgras
Spodiogodon sibiricus Zottengras
Sporobolus heterolepis in Sorten Präriegras
Stipa in Arten und Sorten Federgras
www.brz.eu
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